Browser – Warum ist die richtige Browserwahl wichtig?

Internet Explorer, Mozilla Firefox, Google Chrome, Apple Safari oder Opera?

Was ist ein Browser?

Browser beziehungsweise Webbrowser sind spezielle Programme, welche dazu dienen Webseiten im World Wide Web oder allgemein auch Dokumente und Daten darzustellen.
Ursprünglich wurden Webbrowser dazu entwickelt, Texte und Bilder aus dem Internet zu laden und anzuzeigen. Aufgrund der stetigen Weiterentwicklung der Browser-Technologie und der sich daraus in logischer Konsequenz ergebenden Innovationsschübe, haben sich Webbrowser heutzutage als zentrale Anwendersoftware schon allein im Hinblick auf das „Internetsurfen“ etabliert.

Im Falle von Web-Applikationen stellt der Browser den Zugang zum Programm dar, wodurch einerseits die gegebenenfalls umständliche Installation des Programms entfällt und andererseits ein flexibler Zugriff auf dasselbe von unterschiedlichen Geräten ermöglicht wird.

Trotzdem Browser quasi das Tor zur Welt bedeuten, tritt zumindest das eigene Erscheinungsbild immer weiter in den Hintergrund. Dies mag vor allem in Anbetracht der durchlaufenen, revolutionären Entwicklungen in der Browser-Technologie überraschen. Angefangen von einfacher CSS Integration über JavaScript bis hin zu der aktuellen Neuerung HTML5 mit vielen tiefgreifenden Neuerungen wie beispielsweise das „Drag and Drop“ von Files, Offline Storage etc.

Welcher Browser ist der Beste?

Diese Frage lässt sich auch mit dem heutigen Wissensstand nicht allgemeingültig beantworten. Es gibt eine fast unglaubliche Anzahl von Browsern, die mehr oder weniger eigenständig sind. Im Laufe der Geschichte wohl mehr als 100, aktuell ungefähr 20. Zu den Bekanntesten zählen zweifelsohne der Internet Explorer, Mozilla Firefox, Google Chrome, Apple Safari und Opera.

Der Internet Explorer wurde 1995 erstmals von Microsoft auf den Markt gebracht. Dabei handelte es sich jedoch nicht um eine Eigenentwicklung des Unternehmens Microsoft, sondern vielmehr um ein Produkt des Unternehmens Spyglass, welches von Microsoft eingekauft wurde.

Beim Mozilla Firefox handelt es sich um einen freien Webbrowser des Mozilla-Projektes, welcher initial am 23. September 2002 – damals noch unter dem Namen Phoenix 0.1 – veröffentlicht wurde. Entgegen der ursprünglichen Intension mit dem Mozilla Application Suite ein Programmpaket mit möglichst allen wichtigen Internetfunktionen zu erschaffen, verlagerte sich im Laufe der Jahre der Fokus auf die Entwicklung voneinander unabhängiger Komponenten, um letztlich eine höhere Geschwindigkeit und zugleich geringere Auslastung generieren zu können.

Der von Google Inc. entwickelte Webbrowser Google Chrome ist seit September 2008 verfügbar. Anfangs nur für die Betriebssysteme Microsoft Windows XP, Vista sowie Windows 7, ist der Google Chrome seit Mai 20010 auch für die Betriebssysteme Linux und Mac OS X in stabilen Versionen vorhanden.

Der Safari-Browser wurde 2003 von Apple veröffentlicht und dient als Webbrowser für das hauseigene Betriebssystem Mac OS X. Seit Juni 2007 kann der Safari auch für Microsoft Windows zum Einsatz kommen. Mit dem Safari 2.0.2 wurde erstmalig ein Webbrowser entwickelt, welcher den ACID2-Test besteht. Im Zuge dieses Tests wird unter anderem die Konformität von Webbrowsern zu den Standards des World Wide Web-Konsortiums (W3C) überprüft.

Der Opera-Browser wurde in der ersten Version 1996 veröffentlicht und für eine Vielzahl von Betriebssystemen sowie Benutzersprachen verfügbar. Opera gehört zu den ersten Webbrowsern, die Tabs und einen Pop-up-Blocker fest integriert hatten.

Hinsichtlich der Browserverteilung finden sich unzählige Analysen und Statistiken, welche abhängig vom jeweiligen Anbieter, der Usergruppe oder auch dem Analysezeitraum stark variieren. In der Vergangenheit hat es sich beispielsweise gezeigt, dass das Release einer neuen Browser-Version einen starken Einfluss auf die Nutzungsrate hat. An dieser Stelle findet sich exemplarisch eine Messung der Marktanteile vom April 2011.

Browser Popularität im April 2011
Quelle: http://www.w3schools.com/browsers/browsers_stats.asp vom 09.05.2011

Geschwindigkeit

Von elementarer Bedeutung hat sich das Thema „Geschwindigkeit“ bei der Verarbeitung von Javascript, Bildern, CSS etc. für die User bezüglich der Auswahl eines Webbrowsers erwiesen. Dies ist auch bei den Herstellern nicht im Verborgenen geblieben, wodurch die immer kürzer werdenden Entwicklungszyklen von einer Version zur nächsten erklärt werden können.

Mittels der bekannten SunSpider Benchmark-Suite können Geschwindigkeitsvergleiche zwischen den unterschiedlichen Webbrowsern aber auch zwischen den Versionen der einzelnen Hersteller durchgeführt werden.

Herstellerübergreifend wird hier ein Benchmark mit den aktuellen Releases der bereits erwähnten Webbrowser aufgeführt. Wie aus der Grafik zu entnehmen ist, weisen die Webbrowser untereinander keine dramatischen Unterschiede in der Geschwindigkeit auf.

Javascript Geschwindigkeitsvergleich Internet Explorer 9, Firefox 4, Opera 11, Chrome 11 und Safari 5.0.3
Quelle: http://ie.microsoft.com/testdrive/benchmarks/sunspider/Table.html vom 09.05.2011

Anders verhält es sich bei einem Benchmark von unterschiedlichen Versionen eines Browsern.

Javascript Geschwindigkeitsvergleich Internet Explorer 7, Internet Explorer 8 und Internet Explorer 9
Quelle: http://ie.microsoft.com/testdrive/benchmarks/sunspider/Table.html vom 09.05.2011

Der Internet Explorer 7 wurde im Oktober 2006, der Internet Explorer 8 im März 20009 und die neunte Version des Webbrowsers im März auf den Markt gebracht. Die signifikante Steigerung in der Geschwindigkeit zwischen den Releases des Internet Explorers ist in der Grafik deutlich zu erkennen. Analog hierzu verhält es sich auch mit den Releases der anderen Hersteller untereinander.

Funktionen

Zur Überprüfung der Funktionen der diversen Webbrowser kommen im Allgemeinen zwei unterschiedliche Tests zum Einsatz: Acid3-Test und HTML5-Test.

Acid3-Test:
Bei Acid3 handelt es sich um die aktuellste Version aus der Acid-Testreihe. Acid3 wurde, wie auch sein Vorgänger „Acid2“, vom Web Standards Project (WaSP) entwickelt. Dieser Test konzentriert sich primär auf interaktive Webseiten und prüft dementsprechend primär DOM Level 2 und ECMAScript (Javascript).
Acid3 wurde im Februar 2008 veröffentlicht und besteht aus 100 Einzeltests, welche in sechs Gruppen unterteilt sind sowie vier weiteren, speziellen Tests. Im maximalen Fall können von den Browsern 100 Punkte als Testergebnis erzielt werden. Der Acid3 Test ist für Web-Applikationen von großer Bedeutung, da viele dieser Funktionen die Anwenderfreundlichkeit und das Auftreten einer Web-Applikation beeinflussen.

Acid3-Test der unterschiedlichen Webbrowser
Quelle: http://acid3.acidtests.org/

Deutlich zu erkennen ist, dass die aktuelle Browsergeneration nahezu gleich auf ist. Die Browser in den vorherigen Releases zeigen hier abermals deutliche Schwächen.

HTML5-Test:
Der HTML5-Test schafft Transparenz darüber, inwieweit Webbrowser bezüglich neuer HTML5-Funktionen weiterentwickelt werden. Der Test zeigt zudem auf, welche Funktionen ein Browser explizit unterstützt und die gesammelten Ergebnisse geben einen Überblick darüber, welche Browser eine bestimmte Funktion unterstützen. Beim HTML5-Test ist eine maximale Punktzahl von 400 Punkten zu erreichen.

HTML5-Test der unterschiedlichen Webbrowser
Quelle: http://html5test.com/

Auch hier bietet sich ein vergleichbares Bild. Die aktuellen Releases sind auf hohem Niveau, wenn auch mit größeren Punktedifferenzen. Die Internet Explorer in Version 7 und 8 hängen deutlich hinterher.

Sicherheit

Die Browsersicherheit ist ein wesentlicher, wenn nicht der bedeutentste Aspekt bei der Auswahl des richtigen Browsers. Hier sind im Prinzip zwei wesentliche Aspekte zu Berücksichtigen.

  • Die Häufigkeit auftretender Sicherheitslücken
  • Die Dauer bis zur Behebung der erkannten Lücken

Im Folgenden findet sich eine Auswertung die sich auf die Erhebungen des Sicherheitsdiensleisters Secunia stützt. Es werden hier die Anzahl gefundener Schwachstellen dargestellt.

Gefundene Schwachstellen der unterschiedlichen Webbrowser
Quelle: http://www.webdevout.net/browser-security vom 09.05.2011

Negativer Spitzenreiter ist hier leider abermals der Internet Explorer im Allgemeinen.

Die folgende Auswertung zeigt die Anzahl offener Sicherheitslücken in den Browsern.

Offene Sicherheitslücken im Internet Explorer 9, Firefox 4, Opera 11, Chrome 11 und Safari
Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Comparison_of_web_browsers#Vulnerabilities vom 09.05.2011

Wie unschwer aus der Grafik zu entnehmen ist, zeigen die Vorgängerversion auch hier wieder signifkante Schwachstellen. Viele der erkannten Sicherheitsrisiken werden vermutlich nicht mehr behoben werden.
Demgegenüber glänzen die Browser Mozilla Firefox und Google Chrome mit einer weißen Weste.

Fazit

Aus den verschiedenen Analysen heraus lässt sich erkennen, dass die jeweils aktuellsten Releases der aufgeführten Webbrowser gegenseitig durchaus hinsichtlich Geschwindigkeit und Funktionen auf Augenhöhe sind. Einzig bei dem Thema Sicherheit differenziert sich der Internet Explorer negativ von den anderen Anbietern.
Dramatisch ist hingegen die große Lücke zu den Vorgängerversionen zu sehen, die in Punkto Sicherheit, Geschwindigkeit und Funktionsumfang exorbitant schlechter sind. Dieser Vergleich zeigt jedoch auch, dass die Hersteller aus den Schwächen der Vergangenheit gelernt haben und kontinuierlich die Weiterentwicklung ihrer Webbrowser treiben.

Als Anbieter von Web-Applikationen liegen uns die Webbrowser der Benutzer selbstverständlich besonders am Herzen. Um welchen Webbrowser es sich dabei handelt ist letztendlich zweitrangig, ganz im Gegensatz zu den Releases! Schon allein im Hinblick auf die Sicherheit haben wir folgende Empfehlung:
Verwenden Sie immer einen aktuellen Browser!

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