Besondere Merkmale

Besondere Merkmale sind Qualitätsmerkmale, welche von größter Bedeutung für die Sicherheit von Endprodukten sind.

Besondere Merkmale haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr auf Seiten der Automobilindustrie etabliert.

Ausgangssituation

Eine Vielzahl von Unternehmen definieren besondere Merkmale unterschiedlich, da die Vorgaben durch Normen einen sehr großen Handlungsspielraum offen lassen. Diese unterschiedlichen Definitionen müssen sowohl innerhalb des eigenen Unternehmens, als auch bei den verschiedenen Zulieferern eingehalten werden, was in der Lieferkette immer wieder zu Konflikten führt.
Ein Großteil der Zulieferbetriebe hat mehrere Kunden für ein Produkt, woraus die Problematik der Einhaltung von unterschiedlichen Anforderungen der verschiedenen Definitionen an das identische Produkt entsteht.
Innerhalb des Unternehmens müssen diese Merkmale durchgängig, von der Konstruktion über die Produktion bis hin zur kompletten Lebenszeit des Produktes, die Funktionalität und Umsetzung sicherstellen. Dies stellt eine Herausforderung für viele Teile des Unternehmens dar.

Ziel der besonderen Merkmale

Das Ziel besonderer Merkmale ist es, die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Produktes zu steigern.
Unter dem Faktor Sicherheit ist die Verringerung der Gefahr, welche das Endprodukt auf den Nutzer und seine Umgebung ausübt, zu verstehen. Diese Verringerung wird durch eine optimale und sichergestellte Umsetzung der Merkmale gewährleistet.
Bei der Zuverlässigkeit ist ein, ab Werk fehlerfrei hergestelltes Produkt zu verstehen, wodurch die Anzahl an Garantieleistung sinkt.

Anwendungsbereich

Die im Unternehmen betroffenen Bereiche im Umgang mit besonderen Merkmalen erstrecken sich über ein weites Gebiet und reichen von der Idee des Produktes zur Entwicklung und weiter in die Produktumsetzung. Dabei müssen die Merkmale innerhalb des Unternehmens definiert und deren Einhaltung sichergestellt werden.
Im FMEA-Formblatt gibt es bereits eine eigene Spalte für die Kennzeichnung von besonderen Merkmalen. Diese Spalte trägt die Abkürzung "K" für "Klassenspalte" und ist in den meisten Fällen rechts neben der Bewertungsspalte für die Bedeutung oder der "Mögliche Fehler" Spalte anzutreffen. Die FMEA spielt einen signifikante Rolle für das Handling der besonderen Merkmale im Unternehmen.

Herkunft

Die ISO/TS 16949 und QS 9000 haben als erstes die Vorgaben für besondere Merkmale definiert. Auf Basis dieser Vorgaben entstanden in den unterschiedlichen Unternehmen eigenständige Definitionen, welche die jeweiligen Lieferanten einhalten müssen.
Die Internationale Automobil Task Force (IATF) hat einen Vorschlag erarbeitet, wie besondere Merkmale definiert und symbolisiert werden können.

Hierbei werden drei Merkmale wie folgt unterschieden:

besondere Merkmale     

Produktmerkmale oder Prozessparameter, welche die Sicherheit eines Produktes oder das Einhalten gesetzlicher Bestimmungen beeinflussen.

besondere Merkmale

Produktmerkmale oder Prozessparameter, welche die Passform/ Funktion eines Produktes beeinflussen oder die aus anderen Gründen, wie Kundenanforderungen, gelenkt und dokumentiert werden müssen.

"Kein Symbol"

Keine Schlüsselmerkmale, Produktmerkmale oder Prozessparameter, die auch bei gewissenhaft abgeschätzter Streuung die Produktsicherheit, gesetzliche Bestimmungen, Passform oder Funktion nicht beeinträchtigen.

In vielen Unternehmenszweigen werden besondere Merkmale ebenfalls durch das zu beliefernde Unternehmen vorgegeben. In unserem Download-Bereich finden Sie eine ausführliche Präsentation zum Thema "Besondere Merkmale".