Change Management

Steuerung und Gestaltung von Veränderungsprozessen in Organisationen.

Ausgangsituation

Nach [Inversini, 2005, S. 1] wird unter Change Management oder Veränderungsmanagement die Steuerung und Gestaltung von geplanten Veränderungsprozessen in Organisationen verstanden. Ein integriertes und differenziertes Veränderungsmanagement beschäftigt sich unter anderem mit Fragen der Organisation des Personalmanagements, der Unternehmensführung sowie der Kommunikation und Information.

Aufgrund des großen Veränderungsdrucks für Unternehmen sehen sich das Management und die Mitarbeiter stetig wachsenden Herausforderungen gegenüber.  Dabei entscheiden drei Rahmenbedingungen der Wirtschaft über den Erfolg und Misserfolg von Unternehmen:
1.    Verknappung der Ressource Zeit in Form von hohem Innovationsdruck oder auch dem schnellen Veralten von Wissen,
2.    Verknappung der Ressource Geld durch allgemeine Ressourcenverknappung, die sinkende Zahl von Arbeitsplätzen oder auch die Überalterung der Bevölkerung sowie
3.    Steigerung der Komplexität basierend auf der schnelleren und ökonomischeren Bewältigung einer zunehmenden Vielfalt sich rasch ändernden Aufgaben.
Nur wer es schafft, diese Veränderungen professionell zu managen und den laufenden Betrieb so wenig wie möglich zu belasten, wird in Zukunft erfolgreich sein.
Viele Konzepte des Change Management bauen direkt oder indirekt auf allgemeinen organisatorischen Konzepten und Modellen auf.

3-Phasen-Modell nach Kurt Lewin

Das 3-Phasen-Modell nach Kurt Lewin beschreibt die Phasen eines Veränderungsprozesses die durchlaufen werden,  um von einer alten zu einer neuen Struktur zu gelangen:
1.    Aufbrechen der bestehenden Situation (unfreezing)
2.    Durchführen des eigentlichen Wandels (change)
3.    Erhalten und Stabilisieren des Neuen (refreezing)

Aufbrechen der bestehenden Situation:
Im Verlauf dieser Phase kommt es zur Einsicht, dass die Erwartungen nicht mehr der Realität entsprechen und die Notwendigkeit zur Veränderung unumgänglich ist. Das alte Verhalten wird in Frage gestellt und die Bereitschaft zur Veränderung entsteht.

Durchführen des eigentlichen Wandels:
Im Zuge dieser Phase werden Lösungen generiert und neue Verhaltensweisen ausprobiert. Das Problem wird in Teilproblemen gelöst  und es erfolgt eine Bewegung hin zu einem neuen Gleichgewicht.

Erhalten und Stabilisieren des Neuen:
Diese Phase dient der Implementierung der gefundenen Lösungen und stellt den vorläufigen Abschluss des Veränderungsprozesses dar. Die Veränderungen bedürfen einer Stabilisierung und müssen zur dauerhaften Integration in das Gesamtsystem wieder eingefroren werden.

Widerstände

Die Veränderungsprozesse des Change Management können häufig durch Machtkämpfe und Widerstände blockiert werden. Die Gründe für aufkommende Widerstände liegen oftmals darin, dass die Ziele, Hintergründe oder Motive von Maßnahmen nicht verstanden wurden. Zudem stoßen Veränderungen mit potenziell negativen Konsequenzen für beteiligte Personen sowie Veränderungen in Organisationen, die negative Erfahrungen damit gemacht haben, auf massive Widerstände.

Die häufigsten Maßnahmen zur Überwindung von Widerständen basieren nach Kotter, Schlesinger und Sathe auf

  • Information,
  • Partizipation,
  • Unterstützung/ Hilfe,
  • Verhandlung,
  • Kooperation/ Manipulation und
  • Zwang