Excellentes Risikomanagement

Excellentes Risikomanagement - Die Synergie von Risikomanagement und EFQM-Modell erweitert den Betrachtungshorizont.

Ein umfassendes Risikomanagement unterstützt Unternehmen bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Vermeidung oder Verminderung von Risiken. Die Schwierigkeit bestand bislang darin, den Rahmen eines „umfassenden“ Risikomanagements zu definieren sowie bei der Umsetzung desselben einzuhalten. Mit Hilfe des EFQM-Modells für Business Excellence wird eine ganzheitliche Betrachtung im Zuge des Risikomanagements gewährleistet.

Das Fundament eines excellenten Risikomanagements

Ausgehend von den Befähiger-Kriterien des EFQM Modells werden bei dieser Methodik zum Aufbau/ Ausbau eines systematischen Risikomanagements potenzielle Risiken auf den Gebieten Führung, Politik & Strategie, Mitarbeiter, Partnerschaften & Ressourcen sowie Prozesse identifiziert, evaluiert und gegebenenfalls beseitigt. Jedes einzelne Teilkriterium der aufgeführten Themengebiete (Befähiger-Kriterien) ist darüber hinaus mit Orientierungspunkten unterlegt, welche sich einerseits aus den vorgeschlagenen Punkten der EFQM sowie aus der unternehmerischen Praxis ableiten und möglichen Risiken entsprechen. Anhand dieser Orientierungspunkte werden im Projektteam potenzielle Risikofolgen für das Unternehmen identifiziert. Anschließend wird die Gegenüberstellung des tatsächlichen Status Quo frei nach dem Motto „Was wird aktuell im Unternehmen unternommen, um diese Risikofolge effektiv zu verhindern“ durch das Projektteam in Eigenregie durchgeführt.

Die Bewertung und Gewichtung des excellenten Risikomanagements

Nun folgt die Bewertung und Gewichtung der bislang erarbeiteten Inhalte. Durch Gegenüberstellung von Risikofolgen mit den aktuell praktizierten Präventivmaßnahmen, Abläufen und Prozessen im Unternehmen wird ein gemeinsames Bild bei allen Beteiligten geschaffen. In Anlehnung an die FMEA-Logik erfolgt anschließend eine Bewertung. Mittels der Faktoren „Auftretenswahrscheinlichkeit“ und „Bedeutung“ wird pro Risikofolge eine Risikozahl errechnet. Im Projektteam werden jeweils fünf Bewertungsstufen sowohl für die „Auftretenswahrscheinlichkeit“ als auch für die „Bedeutung“ explizit definiert.

  • Bezug nehmend auf die „Auftretenswahrscheinlichkeit“ werden die Bewertungsstufen mit Zyklen und konkreten Zeiträumen (Jahren) quantifiziert.
  • Die Bewertungsstufen der „Bedeutung“ werden mittels realen, monetären Aspekten (Euro) veranschaulicht.

Auf die Einbeziehung der „Entdeckungswahrscheinlichkeit“ wird an dieser Stelle bewusst verzichtet, da es sich bei den identifizierten Risiken nicht nur um interne, sondern auch um externe Risiken handelt, welche letztens eine Entdeckungswahrscheinlichkeit in den seltensten Fällen zulassen.
Die Schwierigkeit bei dieser Tätigkeit  besteht darin, unter den Projektteilnehmern einen Konsens bei der Bewertung herbei zu führen. Ein neutraler Moderator ist in dieser Situation unabdingbar, welcher das Team zu Übereinstimmungen leitet. Als Ergebnis dieser Phase liegen identifizierte Risiken mit abgestimmten Risikozahlen auf allen Gebieten der Befähiger-Kriterien beziehungsweise deren Teilkriterien vor.

Die Abstellmaßnahmen im Projektvorgehen

Aufgrund der Fülle an identifizierten Risiken wird im Projektteam eine „Schmerzgrenze“ hinsichtlich der nunmehr vorliegenden Risikozahlen abgestimmt. Risiken unterhalb der fixierten Grenze können vernachlässigt werden, wohingegen Risiken mit höheren Risikozahlen danach mit möglichen Abstellmaßnahmen unterlegt werden müssen. Anhand der Fokussierung auf die priorisierten Risiken wird sichergestellt, dass die Organisation nicht aufgrund der umzusetzenden Maßnahmen überfordert wird.
Zum Ableiten beziehungsweise Erarbeiten von potenziellen Maßnahmen wird die systematische Kreativitätstechnik des morphologischen Kastens zu Grunde gelegt. So werden die relevanten Risiken auf der einen Seite und die Basisstrategien zur Risikobewältigung auf der anderen Seite in die mehrdimensionale Matrix übertragen. Anhand der Basisstrategien zur Risikobewältigung (vermeiden/ vermindern/ überwälzen sowie selbst tragen) werden folgend Lösungswege in Form von Maßnahmen kollektiv entwickelt. Mittels Definition von Kategorien für die finalen Abstellmaßnahmen, wie beispielsweise „Schnellste“, „Teuerste“, „Nachhaltigste“ oder auch „Günstigste“, wird die Kreativität gemäß unterschiedlicher Kombinationen von Abstellmaßnahmen gefördert. Darauf hin wählt das Projektteam aus jeder Zeile eine Ausprägung entsprechend der jeweiligen Kategorie aus. Die sich daraus ergebenden vertikalen Pfade stellen die (kombinierten) finalen Abstellmaßnahmen dar. Auch bei diesem Projektschritt ist ein neutraler Moderator notwendig. Die abschließende Entscheidung, welche Kategorie von Abstellmaßnahmen operativ umgesetzt werden soll, obliegt in der Regel der Geschäftsführung und wird im Verlauf eines strategischen Managementmeetings getroffen.

Fazit

Der elementare Vorteil dieser Methodik besteht in der Schaffung eines tieferen Verständnisses der Ursache-Wirkungskette von Risiken zu potenziellen Risikofolgen bei allen Beteiligten und daraus abgeleitet ein umfassendes Managen und Beherrschen der Unternehmensrisiken.

Das EFQM-Modell – als solide Basis – ermöglicht durch die klaren Strukturen, dass auch Mitarbeiter, welche bislang noch keinen Kontakt zum Risikomanagement hatten, methodisch und strukturiert ihren Beitrag zur operativen Projektarbeit leisten können.