Innovationsmanagement

Methodische Planung, Steuerung und Kontrolle von Innovationen im Unternehmen.

Grundlagen

Als Innovationsmanagement versteht man die methodische Planung, Steuerung und Kontrolle von Innovationen in Unternehmen.

Innovation – hergeleitet vom lateinischen Wort „innovation“ – bedeutet „Einführung einer Neuerung“. Das Resultat einer Innovation sind qualitativ neuartige Produkte oder Verfahren, die eine spürbare Veränderung gegenüber dem vorangehenden Zustand darstellen. Innovationen können als Produktinnovationen, Marktinnovationen, Organisationsinnovationen, Verfahrensinnovationen sowie Finanzinnovationen im Unternehmen vorkommen.

Clayton M. Christensen und Michael E. Raynor („Marktorientierte Innovation“, Campus Verlag, 2004) unterscheiden grundlegend in zwei Innovationsarten:

Revolutionäre Innovation
Revolutionäre Innovation beziehungsweise Durchbruchsinnovation bezeichnet die Entwicklung bisher nicht bekannter Produkte oder Prozesse.

Evolutionäre Innovation
Evolutionäre Innovation weist einen geringen Innovationsgrad auf. Sie bezeichnet keinen Quantensprung oder Paradigmenwechsel, sondern eine zielorientierte Verbesserung.

Am Anfang einer Innovation steht immer eine Idee. Um aus dieser Idee einer Innovation zu generieren, bedarf es eines systematischen Prozesses, der in der Regel als Innovationsprozess beschrieben wird und in der Literatur in Form unzähliger Prozessmodelle vorzufinden ist.
Aufgrund der unterschiedlichen Zielsetzungen der Modelle, muss jedes Unternehmen für sich entscheiden, welches Prozessmodell im Hinblick auf das eigene Innovationsmanagement das geeignetste ist. Im englischsprachigen Raum hat sich vor allem das Stage-Gate-Modell von Cooper etabliert.
An dieser Stelle wird der Innovationsprozess von Herstatt (Quelle: Herstatt (1999), S.73) kurz umschrieben.

Innovationsprozess nach Herstatt

Herstatt untergliedert den Innovationsprozess in fünf aufeinander folgende Phasen, wobei sich die Übergänge zwischen den einzelnen Phase teilweise fließend gestalten.

Phase I: Ideengenerierung und -bewertung
Die Ideengenerierung erfolgt mit dem Fokus auf Kunden, Technologien und/ oder Kosten. Die identifizierten Ideen werden ferner einer Bewertung hinsichtlich deren Attraktivität sowie gegebenenfalls auftretenden Risiken unterzogen.
Anschließend erfolgt ein Abgleich mit bereits bestehenden Projekten. Sofern keine gleichartigen oder ähnlichen Projekte vorliegen, bedarf es einer Neuausrichtung des Projekt-Portfolios.

Phase II: Konzepterarbeitung, Produktplanung
Im Verlauf der zweiten Phase werden Marktanalysen durchgeführt und  ein Produktkonzept ausgearbeitet. Danach erfolgt die Produktplanung hinsichtlich Stückzahlen, Produktkosten, Timing, Investments und Projektkosten. Zudem werden die Produktspezifikation und die Produktarchitektur erstellt.

Phase III: Entwicklung
Die nachfolgende Entwicklung wird gemäß den Vorgaben aus Phase II mittels interdisziplinärer Projektteams durchgeführt. Diese Phase ist darüber hinaus durch regelmäßige Design Reviews und das Industrial Design gekennzeichnet.

Phase IV: Prototypenbau, Pilotanwendung/ Testing
Nach erfolgtem Prototypenbau sowie Prototypentest werden Markttest durchgeführt und das endgültige Design festgelegt. Im Anschluss daran werden Vorbereitungen für die Serienfertigung getroffen.

Phase V: Produktion, Markteinführung und Marktdurchdringung
Im Zuge der Phase V erfolgt der Produktionsanlauf begleitet von der Markteinführung. Nach der Marktdurchdringung wird mit der Produktpflege begonnen.

Trotz der Tatsache, dass die fünf Phasen an dieser Stelle sehr produktbezogen beschrieben sind, bezieht sich der Innovationsprozess von Herstatt auch auf Dienstleistungen.