Just in Time (JIT)

Ein Konzept zur Materialbereitstellung mit dem Fokus der fertigungssynchronen Beschaffung.

Grundlagen

Just in Time (JIT) bezeichnet ein Produktionskonzept beziehungsweise eine Produktionsstrategie, welches in den 1950er Jahren als Teil des Toyota Produktionssystems (TPS) entstand. Die elementare Zielsetzung von JIT liegt darin, „das richtige Teil, in der richtigen Qualität zum richtigen Zeitpunkt, in der richtigen Menge, am richtigen Ort“ bereitzustellen. Sowohl die Minimierung von Lagerbeständen, als auch die Minimierung von Durchlaufzeiten stehen bei einem JIT-Konzept im Mittelpunkt.
Zu den Grundprinzipien von JIT zählen dabei

  • Total Quality,
  • Produktion im Kundentakt,
  • Pull-System und
  • One-Piece-Flow.

Mit der Einführung von Just in Time in Unternehmen erfolgte der Wandel von einer anlagenoptimierten Fertigung, die bislang die Produktionsstätten dominierte, hin zu einer flussoptimierten Fertigung.

Aspekte eines JIT-Konzeptes

Just in Time lässt sich nicht übereilt über eine Produktion stülpen – vielmehr bedarf es der Beachtung von sechs unterschiedlichen Aspekten bei der Realisierung eines JIT-Konzeptes.

Teileauswahl:
Die Teileauswahl sollte mittels einer ABC- sowie einer XYZ-Analyse erfolgen. Die ABC-Analyse gibt Aufschluss über den wertmäßigen Anteil am Gesamtbeschaffungswert, wobei A-Teile einen hohen Verbrauchswert und C-Teile einen niedrigen Verbrauchswert haben. Die XYZ-Analyse liefert Informationen bezüglich der Umsatzregelmäßigkeit (Verbrauch und dessen Vorhersagbarkeit) von Teilen. X-Teile werden regelmäßig in konstanter Stückzahl benötigt, wohingegen Z-Artikel unregelmäßig bis stochastisch gebraucht werden. Im Hinblick auf das JIT-Konzept haben AX-Teile Priorität, da sich aufgrund des hohen Wertanteils und der guten Vorhersagegenauigkeit signifikante Kosteneinsparungen im Bereich der Logistik erzielen lassen.

Lieferantenauswahl:
Für die identifizierten Teile bedarf es, die geeigneten Lieferanten zu finden, was ebenfalls mittels einer ABC-Analyse erfolgen kann, um den Beschaffungswert und somit die Bedeutung des Lieferanten zu ermitteln. In der unternehmerischen Praxis geht der Trend weg vom Multiple Sourcing hin zum „Single Sourcing“ (wenige System-Lieferanten), da dadurch die Bewertungskriterien Qualität der Teile, Mengen und Termintreue einen erhöhten Stellenwert erhalten. Darüber hinaus verringert sich in der Regel der Kommunikations-, Abwicklungs- und auch Logistikaufwand, weil beim Single Sourcing oftmals Rahmenverträge zum Einsatz kommen.

Informationsfluss:
Bei der Materialbereitstellung entstehen Probleme größtenteils aus Mangel an aktuellen Informationen. Um diesen Problemen effektiv entgegenwirken zu können, sollte ein Planungs- und Steuerungsinstrument aufgebaut werden, welches kurze und aktuelle Informationswege – sowohl betriebsintern als auch extern – sicherstellt. Ein Schwerpunkt der Informationsflussgestaltung ist die Erarbeitung eines Konzeptes, welches über die Materialbeschaffung, die Abrufsteuerung und dessen Abstimmung mit der Planung des Unterlieferanten Auskunft gibt.

Materialfluss:
Von zentraler Bedeutung bei einem JIT-Konzept ist der Materialfluss, der zwischen Abnehmer und Lieferant möglichst einfach gestaltet sein sollte. Ziel der Just-in-Time-Lieferung ist es, Dopplungen in den Prozessschritten Qualitätskontrolle, Wareneingang und Zwischenlagerung vor der Verwendung beim Abnehmer zu vermeiden. Stellt der Abnehmer beispielsweise dem Lieferanten die genauen Vorgaben für die Qualitätskontrolle zur Verfügung, obliegt die Kontrolle dem Lieferanten, wodurch der Abnehmer einbaufertig geprüfte Teile vom Lieferanten erhält.

Spedition/ Transport:
Im Sinne von JIT wird heutzutage vermehrt eine direkte Einbindung der Spedition in die Logistikkette angestrebt. Viele Speditionen haben aufgrund dessen bereits reagiert und bieten neben dem eigentlichen Transport auch Logistikleistungen inklusive administrativer Abwicklung an. Durch die Übernahme von Aufgaben durch den Spediteur, die zur Verwaltung eines entsprechenden Lagers gehören, werden sowohl der Zulieferer als auch der Abnehmer in ihrer Logistik entlastet.

Qualitätssicherung:
Ziel eines JIT-Systems ist es, die benötigten Teile direkt beim Zulieferer abrufen zu können. Als Grundvoraussetzung hierfür zählt das Anliefern von fehlerfreien Teilen insbesondere deshalb, weil die Eingangsprüfung nicht mehr stattfindet. Infolgedessen kommt der Qualitätssicherung eine elementare Rolle zu.