Kennzahlensysteme

Mit Kennzahlen Unternehmen führen.

Grundlagen

Kennzahlensysteme bezeichnen eine klar strukturierte Anzahl von betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, die miteinander in enger Beziehung stehen und über einen konkreten Sachverhalt informieren sollen.

Kennzahlensysteme untergliedern sich in der Regel in Key Performance Indicators, operative Kennzahlen und Prozesskennzahlen. Key Performance Indicators liefern einen Überblick über die Leistung eines Unternehmens. Operative Kennzahlen dienen dazu, die Organisation zu steuern und Prozesskennzahlen unterstützen bei der Umsetzung der betrieblichen Abläufe.

Viele Normen stellen ergänzende Anforderungen an Kennzahlensysteme, indem sie die Messung und Bewertung von bestimmten Abläufen und Ergebnissen verlangen. Normen wie die DIN EN ISO 9001 oder die ISO/TS 16949 fordern die Analyse von Kennzahlen sowie das Einfließen von daraus abgeleiteten Verbesserungsmaßnahmen in die Organisation.

Klassische Kennzahlensysteme

Die hier aufgeführten Kennzahlensysteme beziehungsweise Modelle setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Jedes Kennzahlensystem hat somit einen eigenen Weg Unternehmen zum Erfolg zu führen.

Balanced Score Card
Zielsetzung der Balanced Score Card mit ihren vier Perspektiven ist es, die Strategie einer Geschäftseinheit in materielle Ziele und Kennzahlen zu übersetzen. „Balanced“ steht für den Anspruch eine Systematik anzubieten, in der die Interessen der relevanten Stakeholder (Eigner, Kunden) sowie die internen Informationsanforderungen für kritische Geschäftsprozesse, Innovationen sowie Lernen und Wachstum ausgewogen berücksichtigt werden. Eine weitere zentrale Forderung ist die Beschränkung der Messgrößen auf etwa 20 Indikatoren.

EFQM Modell für Business Excellence
Das EFQM Modell für Business Excellence dient dazu, Stärken und Verbesserungsbereiche im Unternehmen zu identifizieren und besteht in Summe aus neun (Haupt-)Kriterien. Diese Kriterien untergliedern sich in fünf Befähiger-Kriterien und vier Ergebnis-Kriterien, welche ihrerseits wiederum eine unterschiedliche Anzahl von Teilkriterien beinhalten. Pro Kriterium beziehungsweise Teilkriterium existiert durch die von der EFQM entwickelte Bewertungssystematik – die RADAR-Logik – eine bestimmte Anzahl von Punkten und ein Gewichtungsfaktor. Das EFQM Modell für Business Excellence bietet eine mögliche Systematik für die Strukturierung der Kennzahlen, da diese zur Darstellung der Ergebniskriterien benötigt werden.

Performance Prisma
Beim Performance Prisma handelt es sich um einen integrativen Ansatz, da sich dabei auf ein einziges Kennzahlensystem für das Unternehmen beschränkt wird. Das Performance Prisma ist ein dreidimensionales Modell, welches aus fünf Facetten besteht. Das Performance Prisma richtet sich an den Interessen der Stakeholder und am von ihnen geleisteten Beitrag zum Unternehmenserfolg aus und leitet daraus die benötigte Strategie ab. Es beinhaltet Kennzahlen zu Fähigkeiten und Infrastruktur (Prozessen).

Real Asset Value Enhancer (RAVE TM)
Das RAVE TM Konzept der Boston Consulting Group ist ein Ansatz des wertorientierten Managements, der den EVA (Economic Value Added) durch die relevanten Erfolgsfaktoren eines Unternehmens abbildet. Durch Analysen werden alle Werttreiber für diese Erfolgsfaktoren identifiziert und mit konventionellen Kennzahlen hinterlegt. Der Fokus beim RAVE TM Konzept liegt somit bei der Unternehmenswertorientierung.

Wissensbilanz
Das Intellectual Capital sowie der effiziente Umgang mit diesem sind entscheidende Wettbewerbsvorteile. Diese schwer greifbaren aber für den wirtschaftlichen Erfolg in der Zukunft ausschlaggebenden Faktoren kommunizieren und gestalten zu können, ist Aufgabe der Wissensbilanz. Intellectual Capital untergliedert sich zum einen in Humankapital, welches die Kompetenz, Motivation und Lernfähigkeit der Mitarbeiter beinhaltet und zum anderen in das Strukturkapital, das sich auf Infrastruktur und Prozesse die das Unternehmen produktiv werden lassen, bezieht. Darüber hinaus wird auch das Beziehungskapitel beispielsweise in Form von Beziehungen zu Kunden und Lieferanten, Eignern und Mitarbeitern oder auch Kooperationen und Netzwerke mit anderen Organisationen miteinbezogen.