Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP)

Stetige und schrittweise Verbesserung durch die Beteiligung aller Mitarbeiter.

Grundlagen

Kontinuierlicher Verbesserungsprozess oder kurz KVP ist aus der japanischen Managementphilosophie KAIZEN abgeleitet und umschreibt eine stetige, schrittweise  Verbesserung der Produkt-, Prozess- sowie Servicequalität durch Gruppenarbeit (Q-Zirkel). Dabei sollen die Fähigkeiten aller Mitarbeiter zur ständigen Verbesserung der Geschäftsabläufe im Sinne der Unternehmensziele geweckt und genutzt werden. Elementar für die KVP-Philosophie ist die Aktivierung von eigenverantwortlichen Denk- und Verhaltensweisen.

KVP wurde in den 1950er Jahren von dem Amerikaner William Edwards Deming entwickelt. Ursprünglich wurde KVP von der Automobilindustrie im Fertigungs- und Montagebereich benutzt. Heute stellt KVP einen branchen- und bereichsübergreifenden Ansatz des Qualitätsmanagements dar und ist ein Bestandteil der normativen Forderungen aus der DIN EN ISO 9001.
KVP beruht auf einem Phasen-Modell, welches durch den PDCA-Zyklus beschrieben wird.

PDCA-Zyklus

Der PDCA-Zyklus besteht aus den vier Elementen

  • Plan = Planung,
  • Do = Durchführung,
  • Check = Kontrolle und
  • Act = Agieren.

Im Zuge der Planung erfolgt zu Beginn die Klärung und Festlegung des Verbesserungsthemas sowie die Eingrenzung und konkrete Beschreibung des Problems. Nach einer Problembewertung und Problemanalyse werden anschließend Verbesserungsziele formuliert, welche wiederum Input für die Festlegung der Maßnahmen liefern.

Im Verlauf der Durchführung werden die identifizierten Maßnahmen unter Einhaltung der dafür vereinbarten Termine umgesetzt und anschließend dokumentiert.

Während der Kontrolle gilt es die durch die Umsetzung der Maßnahmen generierten Ergebnisse zu kontrollieren, zu erfassen, zusammenzufassen und abschließend zu visualisieren.

Beim Agieren werden Soll-/ Ist-Vergleiche durchgeführt und – sofern das angestrebte Ziel erreicht wurde – als Standard festgelegt. Die Verbesserung dieses Standards beginnt wiederum mit der Phase Planung.

Voraussetzungen für KVP

Als Grundvoraussetzung zählt die Motivation der Mitarbeiter durch die Führung, sich an KVP zu beteiligen. Ermöglicht wird dies durch eine Unternehmenskultur, welche das Engagement der Mitarbeiter fördert und begrüßt.
Im Falle von gefundenen Lösungswegen sollten diese rasch umgesetzt werden. Wenn eine Umsetzung nicht realisierbar ist, sollte dies den betroffenen Mitarbeitern nachvollziehbar begründet werden, um keine Demotivation bei den Mitarbeitern auszulösen.

Ursprünglich war in vielen Unternehmen die Einstellung vorzufinden, dass sich KVP-Verbesserungen aus Arbeiten ergeben, die eigentlicher Bestandteil des Arbeitsverhältnisses sind und somit im Betrieblichen Vorschlagswesen (BVW) - welches durch Prämien für die Mitarbeiter gekennzeichnet ist - keine Berücksichtigung finden. Da dies in den meisten Fällen jedoch zu Motivationsbremsen bei den Mitarbeitern führte, finden sich mittlerweile viele individuelle, den Einzelfall abwägende Vorgehensweisen in den Unternehmen.

Rechtliche Gesichtspunkte

Unabhängig davon, ob im Unternehmen KVP oder BVW zum Einsatz kommen, so obliegen doch beide Ausprägungen rechtlichen Forderungen und Gesetzen. Neben dem Arbeitnehmererfindergesetz kommt in Deutschland beispielsweise auch das Betriebsverfassungsgesetz beziehungsweise im öffentlichen Dienst das entsprechende Personalvertretungsgesetz zum Tragen.