Moderationstechnik

Arbeitsmethode in und mit Gruppen.

Grundlagen

Die Moderation (ursprünglich Mäßigung) kann als eine Arbeitsmethode in und mit Gruppen bezeichnet werden, die dem Moderator (Vorgesetzter, Projektleiter, Trainer etc.) hilft, in einem Klima von Mitbestimmung, dem Anspruch der Einbeziehung von Mitarbeitern (Wissen, Ideen, Vorstellungen) gerecht zu werden.
Moderieren beinhaltet

  • die Gruppe beteiligen und steuern,
  • einzelne Teilnehmer aktivieren und fördern sowie
  • ein Thema zu bearbeiten beziehungsweise ein Problem zu lösen.

Der Erfolg von Moderationstechnik hängt maßgeblich von der Rolle und den Fähigkeiten des Moderators ab. Dabei obliegt es dem Moderator die Schnittmenge aus den drei Teilaufgaben anzustreben, was bedeutet, dass er bei Bedarf besondere Akzente setzen muss, um das Gleichgewicht wieder herzustellen.
Die Aufgabe eines Moderators ist es, eigenständige Entwicklung und Zusammenarbeit einer Gruppe zu ermöglichen. Dafür muss der Moderator einerseits die inhaltliche Arbeit methodisch unterstützen und andererseits den emotionalen Prozess steuern.

Der Moderator sagt nicht was (seiner Meinung nach) richtig oder falsch, zu tun oder zu unterlassen ist. Er ist Experte für die Methoden, nicht für den Inhalt. Er hilft der Gruppe die Lösungen für ihre Fragen eigenverantwortlich zu finden und geeignete Maßnahmen zur Problemlösung zu erarbeiten. Der Moderator ist dafür verantwortlich, dass die Gruppe arbeitsfähig ist und bleibt.
Mittels gezielter Fragen, kann der Moderator sicherstellen, dass es zu keinen Abweichungen auf dem Weg zur Zielerreichung/ Problemlösung kommt, indem er beispielsweise durch seine Fragen

  • Diskussionen anstößt ohne eine Lösung vorzugeben,
  • gewährleistet, dass alle Teilnehmer in die Diskussion eingezogen werden,
  • Wissen von einzelnen Teilnehmern für die Gruppe aktiviert,
  • Arbeitsschritte abstimmt,
  • Stimmungen transparent macht und/ oder auch
  • einen Gruppenkonsens herbeiführt.


Mögliche Störungen

Im Verlauf von Gruppenarbeit kann es aufgrund unterschiedlicher Auslöser zu Störungen kommen.
Zu den häufigsten Auslösern zählen Kommunikationsmangel, Senderfehler sowie Empfängerfehler.

Kommunikationsmangel führt unweigerlich dazu, dass Probleme unter den Tisch gekehrt oder konfliktträchtige Themen vermieden werden.
Senderfehler resultieren beispielsweise aus einer nicht empfängergerechten Vermittlung in Form von nicht erläuterten Fachbegriffen oder auch aus einer mangelnden Rückversicherung, ob die Nachricht richtig angekommen ist. Darüber hinaus kann es zu Senderfehlern kommen, wenn die Probleme des Anderen heruntergespielt, hastige Urteile gefällt oder auch vorschnelle Lösungen angeboten werden.
Empfängerfehler erfolgen durch die selektive Wahrnehmung der einzelnen Teammitglieder. So werden zum Beispiel wegen mangelnder Konzentration vermeintliche Lücken ausgefüllt, widersprechende Informationen überhört und/ oder Nachrichten vereinfacht sowie verdichtet.

Im Verlauf der Gruppenarbeit gehört es zu den Aufgaben des Moderators, die Warnsignal, welche sich als Störungen in der Kommunikationsstruktur anzeigen, zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern.
Übermäßige Absicherungstendenzen, Aggressionen, Projektionen, Ausweich- und Fluchtverhalten sowie ständiges Wiederholen derselben Argumente sind nur einige Beispiele für Warnsignale.