Normung

Planmäßige Tätigkeiten zum Schaffen von Regelungen, mit denen materielle und immaterielle Gegenstände vereinheitlicht werden.

Grundlagen

Nach DIN EN 45020 ist eine Norm ein „Dokument, das mit Konsens erstellt und von einer anerkannten Institution angenommen wurde und für die allgemeine und wiederkehrende Anwendung Regeln, Leitlinien oder Merkmale für Tätigkeiten oder deren Ergebnisse festlegt, wobei ein optimaler Ordnungsgrad in einem gegebenen Zusammenhang  angestrebt wird.“

Normen entstehen unter Konsensfindung im Verlauf eines mehrstufigen Normungsverfahrens, welches je nach Art der Norm und/ oder Trägerorganisation Abweichungen aufweisen kann. Nachfolgend ein Ablaufschema, das dem Geschäftsgang für die Normungsarbeit nach DIN 820-4 entspricht:

Im ersten Schritt wird das Objekt des Normungsverfahrens bezeichnet und gegebenenfalls gegen ähnliche Gegenstände, die nicht Teil des Normungsverfahrens sein sollen, transparent abgegrenzt.
Im zweiten Schritt wird ein Ausschuss bestehend aus allen betroffenen, interessierten Kreisen (Unternehmen, Handel, Hochschulen, Handwerk, Prüfinstitute, Behörden, Verbraucher) einberufen. Eine möglichst umfassende Beteiligung aller Gruppen sichert die Akzeptanz und Anwendbarkeit der zukünftigen Norm.
Im dritten Schritt werden erste Konzepte und Verbesserungen einer Regelung ausgearbeitet.
Im vierten Schritt wird der Entwurf einem öffentlichen Stellungnahme- und Einspruchsverfahren unterzogen – dies soll für eine breite Akzeptanz und Anwendbarkeit der Regelungen sorgen.
Im fünften Schritt werden Einwände und Vorschläge geprüft und gegebenenfalls in eine neue Version eingearbeitet.
Die Schritte 3 bis 5 werden möglicherweise so lange wiederholt, bis ein befriedigender Stand erreicht ist und keine gravierenden Einsprüche mehr erfolgen.
Im sechsten Schritt wird das Ergebnis des Normungsverfahrens als „Norm“ oder „Standard“ in der für die jeweilige Trägerorganisation üblichen Weise dokumentiert und für den Interessentenkreis und die Öffentlichkeit zugänglich verfügbar gemacht.

Oftmals stellen die Ergebnisse der Normungsverfahren keine isolierten Normen dar, sondern vielmehr Grundsteine für ein ineinandergreifendes Regelwerk, auf das in Einzelnormen gegenseitig verwiesen wird.
Bei der jeweiligen Trägerorganisation kann es sich dabei um eine internationale, europäische oder auch nationale Normungsorganisation handeln.

Internationale Normungsorganisationen:

  • Internationale Organisation für Normung (ISO)
  • Internationale elektrotechnische Kommission (IEC)

Europäische Normungsorganisationen:

  • Europäisches Komitee für Normung (CEN)
  • Europäisches Komitee für elektrotechnische Normung (CENELEC)

Deutsche Normungsorganisationen:

  • Deutsches Institut für Normung (DIN)
  • Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE)


Deutsches Institut für Normung e.V. (DIN)

Zusammen mit der Deutschen Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE) stellt das Deutsche Institut für Normung (DIN) die wichtigsten Institutionen in Deutschland hinsichtlich Normung dar.

Das Deutsche Institut für Normung (DIN) wurde 1917 – damals noch unter dem Namen „Normenausschuss der deutschen Industrie“ – gegründet.  Der heutige Name wurde 1975 in Zusammenhang mit dem damals zwischen der Normungsorganisation und der Bundesrepublik Deutschland abgeschlossenen „Normungsvertrages“ fixiert..
Es handelt sich bei dem Deutschen Institut für Normung um einen eingetragenen Verein, dessen Mitglieder juristische Personen sind.

Die Normungsverfahren werden in Arbeitsausschüssen beziehungsweise Komitees durchgeführt, wobei für eine Normungsaufgabe nur ein Arbeitsausschuss oder ein technisches Komitee zuständig ist. Die Arbeitsergebnisse aus den Normungsverfahren werden als DIN-Normen bezeichnet.