Organisationsentwicklung

Geplanter, langwieriger sowie unternehmensweiter Veränderungsprozess.

Grundlagen

„Organisationsentwicklung“ steht in der unternehmerischen Praxis für einen  geplanten, langwierigen sowie organisationsumfassenden Veränderungsprozess. Dabei verfolgt die Organisationsentwicklung im Unternehmen in der Regel zwei Ziele:
1. Steigerung der Produktivität
2. Verbesserung der Arbeitsqualität und der Problemlösungsfähigkeit

Zu diesem Zweck wird angestrebt, dass sich alle Mitarbeiter des Unternehmens an durchgängigen, organisationsumfassenden Lernprozessen beteiligen.
Das 3-Phasen-Modell nach Kurt Lewin beschreibt die Phasen eines Veränderungsprozesses, die durchlaufen werden, um von einer alten zu einer neuen Struktur zu gelangen:
1. Aufbrechen der bestehenden Situation (unfreezing)
2. Durchführen des eigenen Wandels (change)
3. Erhalten und Stabilisieren des Neuen (refreezing)

Aufbrechen der bestehenden Situation:
Im Verlauf dieser Phase kommt es zur Einsicht, dass die Erwartungen nicht mehr der Realität entsprechen und die Notwendigkeit zur Veränderung unumgänglich ist. Das alte Verhalten wird in Frage gestellt und die Bereitschaft zur Veränderung entsteht.

Durchführen des eigenen Wandels:
Im Zuge dieser Phase werden Lösungen generiert und neue Verhaltensweisen ausprobiert. Das Problem wird in Teilproblemen gelöst und es erfolgt eine Bewegung hin zu einem neuen Gleichgewicht.

Erhalten und Stabilisieren des Neuen:
Diese Phase dient der Implementierung der gefundenen Lösungen und stellt den vorläufigen Abschluss des Veränderungsprozesses dar. Die Veränderungen bedürfen einer Stabilisierung und müssen zur dauerhaften Integration in das Gesamtsystem wieder eingefroren werden.

Maßnahmen und Methoden

Bei der Organisationsentwicklung handelt es sich nicht um eine einzige Methode oder Vorgehensweise, als vielmehr um eine Art Container für unterschiedliche Methoden und Maßnahmen.
Zu den Maßnahmen und Methoden der Organisationsentwicklung zählen insbesondere

  • alle Maßnahmen zur Personalentwicklung
  • alle Maßnahmen zur Verbesserung der Organisationsstrukturen
  • alle Maßnahmen zur Humanisierung der Arbeit
  • Techniken wie Survey-Feedback-Methode und die Laboratoriums-Methode

Survey-Feedback-Methode:
Mittels anonymer Fragebögen werden Mitarbeiter bei der Survey-Feedback-Methode zu den Themen Unternehmensstrukturen, ihren Tätigkeiten und den damit verbundenen Zeitvorgaben, Betriebsklima, Führungsstil des jeweiligen Vorgesetzten sowie Arbeitszufriedenheit befragt. Im Anschluss an die Befragung erfolgt eine Auswertung, deren Ergebnisse wiederum an die Mitarbeiter und Manager vorgelegt und in Workshops diskutiert werden. Auf diese Weise sollen Lösungen für eine schrittweise Verbesserung der identifizierten Probleme gefunden werden.

Laboratoriums-Methode:
Bei der Laboratoriums-Methode werden in der Regel mehrtägige Trainings mit Mitarbeitern aus unterschiedlichen Unternehmens- oder Organisationsbereichen abgehalten. Von elementarer Bedeutung ist dabei, dass sich die Mitarbeiter gegenseitig nicht kennen. In kleinen Teams haben die Mitarbeiter nunmehr die Möglichkeit, soziales Verhalten miteinander zu üben. Die Zielsetzung der Laboratoriums-Methode besteht darin, den Mitarbeitern die eigenen, aktuellen Verhaltensweisen aufzuzeigen, um dadurch gegebenenfalls Verhaltensänderung zu initialisieren.