Poka Yoke

Menschliche Fehlhandlungen im Montageprozess reduzieren.

Poka Yoke

Poka = der unbeabsichtigte Fehler oder auch Lapsus 

Yoke = die Vermeidung
(ursprünglich Baka Yoke)

Ausgangsbasis für Poka Yoke ist die Erkenntnis, dass kein Mensch in der Lage ist, unbeabsichtigte Fehler vollständig zu vermeiden.
Poka Yoke versucht in der traditionellen Vorgehensweise meist durch technische Vorkehrungen und Einrichtungen Fehlhandlungen zu verhindern.
Heutzutage wird Poka Yoke häufig durch weichere Vorkehrungen angewendet um Fehlhandlungen zu vermeiden, wie z.B. mit Farben und Formen oder im sequenziellen Ablauf der Montage oder Fertigung.
Poka Yoke wird teils mit "narrensichere" oder sogar "idiotensichere" Prozesse übersetzt, was falsch ist. Die ursprüngliche Benennung wurde diesen Interpretationen gerecht.
Poka Yoke kann, nach Sondermann, mit "fehlhandlungssicher" übersetzt werden.

Herkunft

Japanische Firmen hatten in den 50er und 60er Jahren erhebliche Probleme mit ihren Produkten auf den amerikanischen und europäischen Märkten zu bestehen. Mit einer "historischen" Qualitätskampagne während der 70er und 80er Jahre ist ihnen der Durchbruch gelungen.
Diese hohe Qualität wird durch das Toyota Produktionssystem erreicht, das aus verschiedenen Teilen besteht, wobei ein wesentlicher Bestandteil Poka Yoke ist.
Poka Yoke, als Vorbeugungskonzept zur präventiven Fehlervermeidung, wurde durch Shigeo Shingo im Zeitraum von 1950 bis 1977 entwickelt.
Shigeo Shingo, auch bekannt als Dr. Improvement, galt als der führende Geist der Produktionsoptimierung und in Anerkennung seiner Leistungen wurde der jährliche "Shingo Prize for Excellence in Manufacturing" ins Leben gerufen.

Was ist die Idee von Poka Yoke?

Poka Yoke versucht die Kette zwischen der menschlichen Fehlhandlung und der Fehlerfolge (Auswirkung) zu unterbrechen.
Poka Yoke beinhaltet grundsätzlich drei Mechanismen:

  • Fehlhandlung prüfen (Prüfmethode)
    Wie lässt sich die Fehlhandlung erkennen?
  • Fehlhandlung identifizieren (Auslösemechanismus)
    Wo und wann lässt sich die Fehlhandlung erkennen?
  • Fehlhandlung kenntlich machen (Reguliermechanismus)
    Wie erfährt der Mitarbeiter von der Fehlhandlung?


Ausrichtungen von Poka Yoke

Poka Yoke für die Montage:
Um Fehlhandlungen bzw. Fehlbedienungen in dem Montageprozess ausschließen zu können, bieten sich verschiedene Poka Yoke Ansätze an.
Nachfolgend einige Beispiele:

  • Asymmetrie in den Teilen bewusst einsetzen um Verwechseln oder Verdrehen zu verhindern
  • Farbliche Markierungen überall nutzen, wo es am Endprodukt nicht offensichtlich ist
  • Farbliche Markierungen um die Montage anzuleiten
  • Farbliche Markierungen um die Trennbarkeit vor der Entsorgung zu ermöglichen
  • Eliminieren unnötiger, dem Kundennutzen nicht dienender, Varianten im Produkt
  • Einheitliche Schrauben (einheitliche Abmessungen und Härtegrade) verwenden
  • Kombination von Härtegrad und Abmessung z.B. von Schrauben
  • Abrissschrauben und -muttern einsetzen um Einschraubfestigkeit zu sichern
  • Produktaufbau so gestalten, dass die Aufbaureihenfolge vom Produkt bestimmt wird


Poka Yoke für den Kunden:
Um Fehlhandlungen bzw. Fehlbedienungen durch den Kunden ausschließen zu können, muss die Bedienung in vielen Bereichen intuitiv zu erkennen sein. Poka Yoke bietet hier Lösungen, die auf die Fehlhandlung hinweisen und auch kritische Fehlhandlungen ausschließen können. Ein Poka Yoke Beispiel hierfür ist die Zweihandbedienung von Maschinen.

In unserem Download-Bereich finden Sie eine ausführliche Präsentation zum Thema "Poka Yoke".