Projektmanagement

Projektmanagement steht für die Summe aller Methoden zur Durchführung von Projekten.

Abgrenzung

Im Zuge der Qualitätssicherung gibt es auch im Projektmanagement diverse Normen und Modelle, welche eine erfolgreiche Projektdurchführung sicherstellen sollen. Für Deutschland finden auf dem Gebiet des Projektmanagements insbesondere die Normen

  • DIN 69900-1,
  • DIN 69900-2 und
  • DIN 69901 bis 69905 Anwendung.

In der DIN 69901-5:2009-01 wird Projektmanagement folgendermaßen definiert:
„Gesamtheit von Führungsaufgaben, -organisation, -techniken und -mitteln für die Initiierung, Definition, Planung, Steuerung und den Abschluss von Projekten“.

Projektmanagement ist charakterisiert durch eine standardisierte Vorgehensweise zur Durchführung von Projekten sowie durch eine nicht existierende zeitliche Begrenzung.

Phasenmodelle APQP/ PPAP

Mit den beiden Phasenmodellen APQP und PPAP sind spezielle Richtlinien für die Automobilindustrie gegeben.
Advanced Product Quality Plannig (APQP) – oder auch „Produkt-Qualitätsvorausplanung“ für die Automobilzulieferindustrie – ist ein Teil der amerikanischen QS 9000 und steht für den effizienten und effektiven Umgang mit Instrumentarien des Projektmanagements der Automobilindustrie. Zu den Instrumentarien zählen

  • die Projektbesprechungskultur,
  • die geeignete Anwendung der Produktionslenkungspläne,
  • FMEA,
  • Prüfpläne und
  • nach Serienstart die Integration des 8D-Reports.

APQP ist sowohl für die Produkt- und Qualitätsplanung, als auch für alle Phasen des Entwicklungsprozesses geeignet.

PPAP ist ein Bestandteil der APQP-Anforderungen und steht für Production Part Approval Process. Bei PPAP handelt es sich um ein strukturiertes Verfahren zur Bemusterung von Serienteilen in der Automobilindustrie. Für Deutschland liefert der VDA Band 2 hierzu die Antwort. Beide Regelwerke stellen umfassende Anforderungen an die Qualitätsvorausplanung eines Serienteils.

Im automotive Umfeld haben sich Projektreifegrade zur Verdeutlichung von Stati zur Zielerreichung von Projekten, Produkten und Prozessen bezüglich vereinbarter Meilensteine etabliert.
Produktbezogen beinhaltet das Projektmanagement die folgenden Reifegrade:

  • RF 0: Innovationsfreigabe für Serienentwicklung
  • RF 1: Anforderungsmanagement für Vergabeumfang
  • RF 2: Festlegung der Lieferkette und Vergabe der Umfänge
  • RF 3: Freigabe technischer Spezifikationen
  • RF 4: Beschaffungsfreigabe Produktionsmittel
  • RF 5: Produktions-, Prozess- und Produktfreigabe
  • RF 6: Requalifikation und Verantwortungsübergang in Serie


Quality Gates

Ein Quality Gate ist ein spezieller Meilenstein in einem Projekt. Quality Gates liefern belastbare Indikatoren, ob ein Projekt weitergeführt oder gegebenenfalls abgebrochen werden soll. Ein Quality Gate beinhaltet eine Prüfung der Ergebnistypen der Vorphase anhand einer Checkliste.

Eigenschaften:

  • Das Quality Gate Management ist ein ressortübergreifendes Steuerungsinstrument
  • Das Quality Gate Management gewährleistet bei konsequenter Anwendung eine hohe Produkt- und Prozessqualität über ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Produktinhalt, Kosten und Terminen
  • Quality Gates strukturieren den Produktentstehungsprozess und stellen einen zeitlichen Bezugsrahmen für alle Beteiligten dar
  • Zum Durchschreiten eines Quality Gates müssen positive Ergebnisse beziehungsweise verlässliche Lösungsmaßnahmen vorliegen
  • Jedes Quality Gate ist mit unternehmensweit gültigen Zielsetzungen hinterlegt
  • Quality Gates schaffen auf Grundlage eines strukturierten Soll-/ Ist-Vergleichs eine transparente Basis für Entscheidungen zur weiteren Vorgehensweise im Projekt