Qualitätspreise

Weltweite Qualitätspreise und ihre Grundlagen.

Weltweit werden Qualitätspreise an Unternehmen mit herausragenden oder excellenten Leistungen verliehen. An dieser Stelle werden einige der bekanntesten internationalen Qualitätspreise kurz vorgestellt.

EFQM Excellence Award (EEA)

Seit 1992 wird der EFQM Excellence Award jährlich von der European Foundation for Quality Management (EFQM) in Zusammenarbeit mit der European Organization for Quality (EOQ) und der Kommission der Europäischen Gemeinschaft vergeben.
Der Fokus des EEA liegt auf europäischen Unternehmen, die besondere Anstrengungen auf dem Gebiet von Total Quality Management vorzuweisen haben.

Das EFQM Model für Business Excellence setzt sich aus neun Kriterien und 32 Teilkriterien zusammen, welche in Summe eine Gesamtpunktzahl von 1000 Punkten ermöglichen. Bei der Berechnung der Gesamtpunktzahl kommt die Bewertungssystematik RADAR – welche ebenfalls von der EFQM entwickelt wurde – zum Einsatz.

Neben der ursprünglichen Preiskategorie (Großunternehmen), wurden der Preis für den öffentlichen Dienst, der Preis für Kleine und Mittelständische Unternehmen sowie der Preis für operative Geschäftsbereiche von Unternehmen eingeführt.

Malcolm Baldrige National Quality Award (MBNQA)

Der MBNQA geht auf den Improvement Act von 1987 zurück, womit die amerikanische Regierung unter Ronald Reagan die Qualität in amerikanischen Unternehmen durch ein Modell für TQM in den Bereichen Fertigung, Dienstleistung und kleine Unternehmen vorantreiben wollte.
Benannt wurde der Preis nach dem ehemaligen Handelsminister Malcolm Baldrige, der sich um die Gestaltung und politische Durchsetzung der Auszeichnung verdient gemacht hat.

Der Preis wird jährlich durch den Präsidenten der USA unter der Federführung des National Institute of Standards and Technology (NIST) in den USA verliehen. Sieben Haupt- und 20 Einzelkriterien mit expliziten Gewichtungsfaktoren führen in Summe zu einer Gesamtpunktzahl von 1000 Punkten.

Der MBNQA wird in den Preiskategorien „Produzierende Unternehmen“, „Dienstleistungsunternehmen“ und „Kleine Unternehmen (mit weniger als 500 Vollzeitbeschäftigten)“ verliehen.

Deming Prize

Der Deming Prize wurde erstmals 1951 von der Japanischen Union of Scientists and Engineers (JUSE) vergeben. Als Namensgeber fungierte William Edwards Deming, der als Begründer der weltweiten Qualitätsbewegung gilt.
Mit dem Preis werden in zwei Kategorien jährlich Firmen und Personen ausgezeichnet, die einen herausragenden Beitrag zur TQM-Philosophie geleistet haben. So gehören beispielsweise Taguchi und Ishikawa zu den Preisträgern in der Kategorie „Einzelpersonen“.

Bei den Unternehmen wird der Deming Prize in den Kategorien Deming Application Prize (an Unternehmen allgemein, an Kleinbetriebe, an Geschäftsfelder eines größeren Unternehmens, an ausländische Firmen), Quality Control Award for Factories (an Unternehmen) und Japan Quality Medal (seit 1969 an Unternehmen, die vor mindestens fünf Jahren schon den Deming Application Prize gewonnen haben, aber ihr Qualitätsengagement nochmals signifikant verbessert haben) verliehen.

Zehn Hauptkriterien inklusive Erläuterungen in Form einer Checkliste können im maximalen Fall zu einer Gesamtpunktzahl von 100 Punkten führen, wobei jedoch im Gegensatz zu den anderen Qualitätspreisen dem Deming Prize kein Bewertungsmodell zugrunde liegt.