Six Sigma

Beschreibung, Messung, Analyse, Verbesserung und Überwachung von Geschäftsvorgängen mit statistischen Mitteln.

Grundlagen

Die Anfänge von Six Sigma werden auf den japanischen Schiffbau in den 1970er Jahren zurückgeführt, wobei das heutzutage allgemein bekannte Six Sigma 1987 in den USA entstand.
Six Sigma ist ein statistisches Qualitätsziel, dessen Fundament die Beschreibung, Messung, Analyse, Verbesserung und Überwachung von Produkten oder Prozessen mittels statistischen Mitteln darstellt.

Die Grundprinzipien von Six Sigma basieren auf Kundenzufriedenheit, Fehlerfreiheit und Kostenoptimierung. Zur Erreichung einer Optimierung werden dabei zwei unterschiedliche Wege durch Six Sigma eröffnet:

  • die Verbesserung bestehender Produkte oder Prozesse (DMAIC)
  • die Gestaltung neuer Produkte oder Prozesse (DMADV)

Zweifelsohne ist DMAIC der in der unternehmerischen Praxis häufiger beschrittene Weg eines Six Sigma Verbesserungsprojektes.

Vorgehenssystematik DMAIC

DMAIC = Define  - Measure – Analyze – Improve – Control

Define:
Definition der Kunden, Ermitteln der Anforderungen und Formulierung von Projektzielen.
Im Verlauf dieser Phase kommen in der Regel Werkzeuge wie CTQ-Baum (Critical to Quality) oder auch VoC (Voice of the Customer) zum Einsatz.

Measure:
Bestimmung des Ist-Zustandes, Messung und Beurteilung der Prozessfähigkeit der beteiligten Prozesse.
Hierbei wird in der unternehmerischen Praxis zumeist auf Process Mapping oder die statistische Versuchsplanung zurückgegriffen.

Analyze:
Analysieren der Prozesse auf die wichtigsten Einflussgrößen und Fehlerursachen.
Werkzeuge dieser Phase sind unter anderem ein Ishikawa-Diagramm, ein Paretodiagramm oder aber auch eine Durchlaufzeitenanalyse.

Improve:
Verbesserung der Prozesse durch Beherrschen der Fehlerursachen.
Im Zuge der Improve-Phase wird größtenteils auf das Brainstorming oder eine FMEA zurückgegriffen.

Control:
Überprüfung und Regelung, um den Prozess auf dem neuen Niveau zu halten.
Von den hierbei verwandten statistischen Methoden ist der Einsatz von SPC-Regelkarten die verbreiteteste.  

Vorgehenssystematik DMADV

DMADV = Define – Measure –Analyze – Design – Verify

Define:
Definition der Kunden, Ermitteln der Bedürfnisse und Formulierung der Projektziele.

Measure:
Bestimmen und messen von Kundenanforderungen und Spezifikationen.

Analyze:
Analysieren der kritischen Prozesstreiber, um die Kundenanforderungen zu erfüllen.

Design:
Entwickeln von Produkt und Prozess, um die Kundenanforderungen zu erfüllen.

Verify:
Beurteilung, ob Produkt und Prozess die Kundenanforderungen erfüllen.

Six Sigma Rollen

Master Black Belt:
Der Master Black Belt sorgt als Vollzeitverbesserungsexperte dafür, dass Six Sigma als Veränderungsprozess mit der gesamten Organisation verzahnt ist. Er stellt sicher, dass die Umsetzung in der Projektarbeit und Methodenanwendung exzellent ist und schafft die Rahmenbedingungen für die notwendige Qualifikation und Beurteilung.

Black Belts:
Die Black Belts sorgen als hochqualifizierte Projekt- und Methodenexperten für eine exzellente Projektarbeit, um damit mit wenig Aufwand nachhaltige Verbesserungen zu erreichen. Bei den Black Belts handelt es sich auch um Verbesserungsexperten auf Vollzeitbasis, die als Coach fungieren, um andere Mitarbeiter und Projektteams in der Methodenanwendung zu unterstützen.

Green Belts:
Die Green Belts führen ebenso wie die Black Belts Verbesserungsprojekte durch, eingeschränkt auf Projekte mit geringerem methodischem Anspruch. Als Mitarbeiter, die neben ihrem Tagesgeschäft diese Rolle übernehmen, sind sie die eigentlichen Multiplikatoren für eine umfassende Einstellungs- und Verhaltensänderung.

Champions:
Die Champions sorgen als Ergebnisverantwortliche dafür, dass über Strategie und Ziele die Prozessleistungen beurteilt und Potenziale ermittelt werden. Sie schaffen die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Projektarbeit.