TRIZ

Theorie des erfinderischen Problemlösens.

Entstehung

Die Bezeichnung TRIZ steht für das russische Akronym „Teoria reschenija isobretatjelskich sadatsch“ und bedeutet entsprechend übersetzt „Theorie des erfinderischen Problemlösens“.

Als Vorreiter von TRIZ gilt Genrich Saulowitch Altschuller der, zusammen mit Rafael Borissowitch Shapiro und Dimitri Kabanov, die Initialzündung von TRIZ vor etwa 60 Jahren in der damaligen UdSSR auslöste. Bei der Analyse von ca. 40.000 Patenten erkannte Altschuller, dass

  • einer großen Anzahl von Erfindungen eine relativ geringe Anzahl von allgemeinen Lösungsprinzipien zugrunde liegt,
  • erst das Überwinden von Widersprüchen innovative Entwicklungen möglich macht und
  • die Evolution von technischen Systemen bestimmten Mustern und Gesetzen folgt.

TRIZ ist eine Philosophie, die das Überwinden von Denkblockaden sowie eine schnelle und gezielte Lösungssuche auf hohem Niveau ermöglichen soll und sich aus einer Reihe von methodischen Werkzeugen zusammensetzt.

Die methodischen TRIZ-Werkzeuge lassen sich den drei Säulen

  • Systematik: Unterstützung bei der Analyse und Zerlegung der Problemsituation sowie situationsgerechter Umgang mit gefundenen Detailproblemen
  • Wissen: Umfassendes Wissen aus Mechanik, Physik, Thermodynamik und Chemie
  • Analogien: Erkenntnisse aus der Analyse von etwa 2,5 Millionen Patenten zuordnen.

Neben dieser Zuordnung findet sich in der Literatur auch die Einteilung in

  • klassische Werkzeuge: Entstehung während der „aktiven“ Zeit Altschullers (bis etwa 1985)
  • neue Werkzeuge: Entstehung nach Rückzug Altschullers aus der Koordination der Weiterentwicklung von TRIZ


Grundlagen

TRIZ basiert auf der Idee, dass viele grundlegende technische Aufgabenstellungen schon einmal gelöst wurden. Somit besteht die Grundfunktionalität von TRIZ darin, Denkbarrieren zu überwinden und die Ergebnisse anderer Fachgebiete effektiv und umfassend zu nutzen.
Im Gegensatz zu konventionellen Lösungswegen, wo teilweise mit Kompromissen gearbeitet wird, sucht TRIZ den Widerspruch und versucht diesen zu lösen, um somit ein ideales Endresultat zu erzielen.

Daher verlangt TRIZ ein spezifisches Problem zu einem „Standard-Problem“ zu abstrahieren, indem das Problem beispielsweise durch ein anderes Problem, welches mit bekannten Regeln gelöst werden kann, ersetzt wird.
Im Anschluss an die Abstraktion kann in den TRIZ „Standard-Lösungen“ nach der geeignetsten Lösung gesucht werden. Zielsetzung dabei ist die Ausschaltung der „psychologischen Trägheit“. Aus diesem Vorgehen resultiert die Generierung zielgerichteter Ideen, welche alle innerhalb eines engen Suchfeldes liegen.
Abschließend erfolgt eine problemspezifische Interpretation sowie Konkretisierung der vorab identifizierten Ideen.