Wissensmanagement

Erwerb, Entwicklung, Transfer, Speicherung und Nutzung von Wissen im Unternehmen.

Grundlagen

Wissensmanagement beschäftigt sich mit dem Erwerb, der Entwicklung, dem Transfer, der Speicherung sowie der Nutzung von Wissen. Nach Probst bildet Wissensmanagement ein integriertes Interventionskonzept, das der Gestaltung der organisationalen Wissensbasis dient (Wissen managen: Wie Unternehmen ihre wertvollste Ressource optimal nutzen. Gabler, Wiesbaden 1997).

Im Wissensmanagement gilt es Rollen mit dazu geeigneten Mitarbeitern zu besetzen, welche meist parallel zum eigentlichen Arbeitsinhalt wahrgenommen werden.

  • Autor: Dokumentation des Wissens
  • Experte: Weitergeben und Weiterentwicklung von Wissen
  • Themen- und Kompetenzverantwortliche: Verantwortlichkeit für die Überprüfung der Wissensstruktur und der Strukturierung des Netzwerkes
  • Nutzer: Anwendung von Wissen
  • Netzwerkmanager: interne Werbung, Sensibilisierung für Wissensmanagement, Vermittlung von Ansprechpartnern
  • Content Manager: inhaltliche Redaktion, formale Aufbereitung und Freigabe (Layout)
  • Knowledge Broker: Unterstützung, Beratung beim Aufbau von Communities, Netzwerken
  • Wissensmanager: Führung der Wissensmanagement-Prozesse im Content Management und Knowledge Center
  • Chief Knowledge Officer: Ausrichtung und Strukturierung sowie Führung des Wissensmanagements

In der Literatur existieren zahlreiche Modelle und Methoden für das Wissensmanagement.
An dieser Stelle wird exemplarisch auf ein Modell – in Form der Bausteine des Wissensmanagements nach Probst – eingegangen.

Bausteine des Wissensmanagements nach Probst

Wissensidentifikation
Wissensidentifikation bezieht sich auf die Analyse und Beschreibung des Wissensumfeldes des Unternehmens. Unternehmen fällt es heutzutage schwer, den Überblick über Daten, Informationen und Fähigkeiten zu behalten. Dies führt zu Ineffizienz, uninformierten Entscheidungen und Doppelspurigkeit. Ein effizientes Wissensmanagement muss deshalb durch hinreichende interne und externe Transparenz bei Suchaktivitäten unterstützen.

Wissenserwerb
Unternehmen führen einen erheblichen Teil ihres Wissensbedarfs aus Quellen ein, die außerhalb ihres Unternehmens liegen (Kunden, Lieferanten, Konkurrenten oder Partnern). In diesen Beziehungen steckt oft unausgeschöpftes Wissenspotenzial. Möglichkeiten zur Erschließung dieses Potenzials (Know-how einkaufen, das man nicht selber entwickeln kann) muss im Wissensmanagement berücksichtigt werden.

Wissensentwicklung
Wissensentwicklung enthält alle Managementanstrengungen, die sich um die Produktion noch nicht bestehender oder die Entwicklung neuer Fähigkeiten bemüht. Dies betrifft nicht nur die Bereiche der Entwicklung und Forschung, sondern auch im Bereich der Organisation kann neues Wissen entwickelt werden. Daher muss der allgemeine Umgang des Unternehmens mit neuen Ideen und die Nutzung der Kreativität der Mitarbeiter untersucht werden.

Wissens(ver)teilung
Wer sollte was in welchem Umfang wissen oder können und wie können die Prozesse der Wissens(ver)teilung erleichtert werden? Das Prinzip der Arbeitsteilung (nicht alles muss von allen gewusst werden) verlangt eine sinnvolle Beschreibung und Steuerung des Wissens(ver)teilungsumfanges. Daher ist der Übergang von Wissensbeständen von der individuellen auf die Gruppen- und Organisationsebene zu analysieren.

Wissensnutzung
Ziel und Zweck des Wissensmanagements ist die Wissensnutzung, also der produktive Einsatz organisationalen Wissens zum Nutzen des Unternehmens. Die Nutzung zentraler Wissensbestandteile durch erfolgreiche Identifikation und (Ver)teilung ist dadurch noch lange nicht sichergestellt. Die Nutzung fremden Wissens ist durch eine Reihe  von Barrieren (geschützte Patente oder Lizenzen) beschränkt.

Wissensbewahrung
Einmal erlangte Fähigkeiten stehen nicht automatisch für die Zukunft zur Verfügung. Die gezielte Bewahrung von Erfahrungen oder Informationen und Dokumenten setzt Managementanstrengungen voraus. Der Prozess Wissensbewahrung beruht auf effizienter Nutzung verschiedenster Speichermedien für Wissen und eine regelmäßige Aktualisierung des gespeicherten Wissens.

Wissensbewertung
Bei der Wissensbewertung offenbart sich die Qualität der formulierten Zielvorstellungen. Wissensmanager müssen neue Wege gehen und können nicht auf erprobte Verfahren zurückgreifen. Das Wissensmanagement beansprucht Ressourcen und muss deshalb versuchen ihre Wirksamkeit zu belegen.

Wissensziele
Wissensziele legen fest, auf welchen Ebenen welche Fähigkeiten aufgebaut werden sollen. Strategische Wissensziele definieren organisationales Kernwissen und beschreiben den zukünftigen Kompetenzbedarf eines Unternehmens. Wissensziele richten sich dabei auf die Schaffung einer wissensbewussten Unternehmensstruktur, durch die Teilung und Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten.